Startseite/Smart Home, Startseite Smart-Home/„Smart Insurance“ auf dem Vormarsch

Mit dem smarten Heimnetzwerk verbundene Sensoren schlagen via Push-Nachricht auf dem Smartphone Alarm, wenn Einbrecher am Werk sind oder es in der Wohnung brennt. Doch was passiert, wenn die Bewohner nicht erreichbar sind oder in einem Funkloch sitzen? Diese Fragen hat sich auch die Versicherungsbranche gestellt und spezielle Schutzbriefe, Paketlösungen und Zusatzpolicen entwickelt, die das vernetzte Zuhause im Notfall absichern sollen. Welche Angebote gibt es? Was ist darin enthalten? Und was an diesen Versicherungen ist „smart“ im Vergleich zu klassischen Versicherungslösungen?

Wie sich das Smart Home intelligent versichern lässt

„Smart Insurance“ auf dem Vormarsch

Autorin: Kristina Franke

Mit dem smarten Heimnetzwerk verbundene Sensoren schlagen via Push-Nachricht auf dem Smartphone Alarm, wenn Einbrecher am Werk sind oder es in der Wohnung brennt. Doch was passiert, wenn die Bewohner nicht erreichbar sind oder in einem Funkloch sitzen? Diese Fragen hat sich auch die Versicherungsbranche gestellt und spezielle Schutzbriefe, Paketlösungen und Zusatzpolicen entwickelt, die das vernetzte Zuhause im Notfall absichern sollen. Welche Angebote gibt es? Was ist darin enthalten? Und was an diesen Versicherungen ist „smart“ im Vergleich zu klassischen Versicherungslösungen?

© Monster Ztudio/stock.adobe.com

Verbraucherinteresse nimmt zu

Parallel zum wachsenden Interesse an Smart-Home-Produkten steigt auch die Nachfrage nach passenden smarten Versicherungen („Smart Insurance“), die sich mit den intelligenten Geräten oder der Haustechnik verknüpfen lassen. Das zeigt zum Beispiel die repräsentative Umfrage „Smart Home Atlas“ des Marktforschungsinstituts Forsa, die im Auftrag der Generali Deutschland AG und der devolo AG durchgeführt wurde. Demnach fänden es 40 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher „sehr interessant“ oder „interessant“, wenn ihre Versicherung den Hausrat- oder Wohngebäude-Schutz mit der smarten Technik verknüpfen würde, um das Zuhause effektiver zu schützen. In der Altersgruppe von 18 bis 29 Jahren sagen das sogar 57 Prozent. Für 43 Prozent der Befragten sind dabei insbesondere Rabatte bei den Policen lukrativ. Fast ein Drittel (32 Prozent) wünscht sich, dass die Versicherung im Schadensfall persönliche Notfallkontakte alarmiert. Weitere 30 Prozent sehen einen Vorteil in der automatischen Abwicklung der Schadensregulierung. Ein Viertel der Befragten erhofft sich im Schadensfall eine automatische Verbindung zum Hilfecenter der Versicherung sowie exklusive Ermäßigungen auf Smart-Home-Produkte.

Win-win-Situation für Versicherer und Versicherte

Werden moderne Technologie und Versicherungen miteinander kombiniert, steigen sowohl der Komfort als auch die Sicherheit in den eigenen vier Wänden. Von dieser Verknüpfung können Versicherer und Versicherte gleichermaßen profitieren. Für Hausbesitzer bedeutet das, dass sie mit dem passenden Schutzbrief oder der geeigneten Zusatzpolice ihre smarten Produkte und Geräte effizient absichern und Geld sparen können. Das Grundprinzip ist die Notfallhilfe: Wird der Alarm während der Abwesenheit ausgelöst, ist schnelle Hilfe vor Ort und im Schadensfall springt die Versicherung in Höhe der festgelegten Summe ein. Wie das funktioniert? Via App können die Details, die die Sensoren ermitteln, ganz einfach an die Notfallzentrale des Versicherers übermittelt werden. Auf Basis der Daten können Versicherungsunternehmen dann entweder sofortige Maßnahmen ergreifen oder konkrete Handlungsempfehlungen für ihre Kunden erarbeiten. Gerät und Versicherung sind in der Regel miteinander gekoppelt: Mit dem smarten Gerät soll man direkt die Police eines bestimmten Versicherers erwerben. Bei einigen Anbietern sind solche Geräte in der Smart Home Police sogar kostenlos mit enthalten. „Der Verbraucher sollte aber immer nachrechnen. Oft ist es günstiger, Hardware von der Versicherung getrennt zu kaufen und eine eigene Cyberversicherung abzuschließen“, so Judith Maertsch vom VerbraucherService Bayern. Sie hat die Smart Insurance-Angebote zuletzt für das bayerische Verbraucherschutzministerium analysiert.

Gebäude- und Hausratversicherung „smart“ ergänzen

Von sogenannten Smart-Home-Schutzbriefen rät sie ab, da die Assistance-Leistungen im Schadensfall an den Einsatz bestimmter Markengeräte gebunden sind und die Kostenübernahme in der Regel auf maximal 3000 Euro begrenzt ist.

© pathdoc/stock.adobe.com

Auch Home Assistance-Angebote von Versicherern, bei denen eine Notfallunterstützung rund um die Uhr angeboten wird, sind nach ihrer Einschätzung verhältnismäßig teuer. „Fest verbaute intelligente Geräte sind durch die Wohngebäudeversicherung versichert. Alle anderen – auch die smarten – Ausstattungselemente schützt die Hausratversicherung,“ erläutert sie: „Viele Versicherungsgesellschaften haben den Leistungsumfang ihrer konventionellen Hausratversicherungen bereits mit Smart-Bausteinen ergänzt. Der Deckungsumfang ist aber je nach Versicherer unterschiedlich.“

Tipps zum Thema „Smart Insurance“

  • Wer sein Zuhause in ein Smart Home verwandeln möchte und noch ganz am Anfang steht, kann in besonderem Maße von den Paketen der Versicherungen profitieren. Für Bewohner eines Hauses, das bereits mit intelligenter Technologie ausgestattet ist, empfiehlt sich eher eine Erweiterung der Hausratversicherung.
  • Vergewissern Sie sich vor dem Abschluss, ob der Versicherungsschutz lediglich für Komponenten des Herstellers gilt, mit dem der Versicherer eine Partnerschaft geschlossen hat, oder ob auch eine Ergänzung durch andere Produkte möglich ist.
  • Vergleichen Sie die unterschiedlichen Angebote untereinander. Zahlen Sie nur für Leistungen, die Sie auch wirklich brauchen.
  • Bei technischer Aufrüstung oder Upgrade informieren Sie Ihre Versicherungen und fragen Sie nach Smart-Home Komponenten. Passen Sie nach einer Modernisierung gegebenenfalls Ihre Versicherungssummen an.
    (KF/WL)