Sie sind leiser, mit Ökostrom umweltfreundlicher im Verbrauch, nehmen weniger Platz weg und beanspruchen in der Herstellung weniger Ressourcen. Die Rede ist von Elektrofahrrädern (kurz gesagt E-Bikes oder Pedelecs) im direkten Vergleich zum Auto. Vor allem bei uns in Deutschland werden E-Räder von Tag zu Tag beliebter. So hat sich die Zahl der privaten Haushalte, die mindestens ein Elektrofahrrad besitzen, in den vergangenen fünf Jahren fast verdreifacht: Während es Anfang 2015 erst in 1,5 Millionen deutschen Haushalten mindestens ein E-Bike gab, waren es Anfang 2020 bereits 4,3 Millionen.

So nachhaltig sind Elektrofahrräder

Pedelec statt Auto

Autorin: Kristina Franke

Sie sind leiser, mit Ökostrom umweltfreundlicher im Verbrauch, nehmen weniger Platz weg und beanspruchen in der Herstellung weniger Ressourcen. Die Rede ist von Elektrofahrrädern (kurz gesagt E-Bikes oder Pedelecs) im direkten Vergleich zum Auto. Vor allem bei uns in Deutschland werden E-Räder von Tag zu Tag beliebter. So hat sich die Zahl der privaten Haushalte, die mindestens ein Elektrofahrrad besitzen, in den vergangenen fünf Jahren fast verdreifacht: Während es Anfang 2015 erst in 1,5 Millionen deutschen Haushalten mindestens ein E-Bike gab, waren es Anfang 2020 bereits 4,3 Millionen.

In den Städten werden immer mehr Ladestationen für E-Bikes angeboten.
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Stets mit Rückenwind unterwegs

„So ziemlich jeder hat es schon mindestens einmal erlebt: Man radelt in gemütlichem Tempo eine flache Strecke entlang, fährt um eine Kurve, da lauert plötzlich ein steiler Anstieg. Für viele ältere und untrainierte Fahrradfahrer bedeutet das: Absteigen und Schieben. Mit einem E-Bike kommen dank Motorunterstützung auch Ungeübte problemlos den Berg hinauf. Vor allem auch beim Transport von Kindern oder zusätzlichem Gepäck ist die körperliche Anstrengung auf einem E-Bike deutlich geringer als beim konventionellen Fahrradfahren. Das Fahren mit Rückenwind macht nicht nur eine Menge Spaß. Man kann dabei außerdem seine körperliche Fitness verbessern, kommt schneller durch den Stadtverkehr und schafft es, längere Distanzen zu bewältigen. Besonders auf Wegstrecken zwischen zehn und 20 Kilometer Länge schließen E-Bikes eine wichtige Lücke zwischen Fahrrad und Pkw.

Mit dem E-Bike sind Menschen auch in ihrer Freizeit umweltschonend unterwegs
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Klimafreundlich trotz Motor

E-Bikes erleichtern nicht nur unseren Alltag, sondern bieten vor allem eine kostengünstige und klimaschonende Alternative zur Autofahrt. So hat unter anderem der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) zum Ziel, Elektro-Fahrräder als sichere, gesundheitsfördernde und umweltverträgliche Alternative zum (eigenen) Auto weiter zu etablieren und so den Radverkehrsanteil gegenüber dem motorisierten Individualverkehr zu erhöhen. Mit gutem Grund, denn die Ökobilanz von Elektrofahrrädern kann sich sehen lassen: Im Vergleich zum Pkw ist der Motor beim Elektrofahrrad umweltfreundlicher, verursacht keine direkten Luftverschmutzungen durch Feinstaub und Stickstoffoxide, und ist zudem leise. Auch die Treibhausgasemissionen, die bei der Herstellung und Entsorgung der verwendeten Lithium-Ionen-Akkus anfallen, sind vergleichsweise gering. Trotz Akku und Stromverbrauch ist ein E-Bike daher ähnlich klimafreundlich wie ein klassisches Fahrrad. Das Umweltbundesamt vermeldet: Bereits nach durchschnittlich 165 Kilometern, die man mit dem Pedelec statt mit dem Auto fährt, sind die CO2-Emissionen des Akkus ausgeglichen. Mit einem zunehmenden Anteil von erneuerbarer Energie im deutschen Stromnetz werden diese niedrigen Emissionen voraussichtlich noch weiter sinken. Wer also seinen Haushalt langfristig auf Ökostrom umstellt, kann den CO2-Ausstoß beim E-Bike-Fahren gegen null bringen.

Infrastruktur noch mangelhaft

Damit Elektrofahrräder Pkw-Fahrten tatsächlich ersetzen können, muss sich die Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur vor allem in verkehrsüberlasteten Städten grundlegend ändern. Notwendig sind vor allem besser ausgebaute und längere Radwege. Nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) kommen zahlreiche E-Radfahrende durch Schlaglöcher, Baumwurzelaufbrüche, Abbruchkanten oder Hindernisse auf dem Radweg zu Fall. Gerade für E-Bikes mit ihren teils höheren Geschwindigkeiten sind gut befahrbare, ebene Fahrradstreifen deshalb extrem wichtig.

Mit steigender Anzahl an E-Bikes muss auch das Angebot an Ladestationen entlang der Radwege und in den Städten weiter zunehmen. Momentan helfen bereits viele Tourismusverbände, Geschäfte und Restaurants beim Ausbau der Stationen. Auch geeignete Abstellanlagen am Wohn-, Ziel- oder Umsteigeort sind bislang noch nicht ausreichend vorhanden. Hier können unter anderem Wohnungsvermieter, Ladenbetreiber und Arbeitgeber durch ebenerdige und gut gesicherte Abstellflächen einen Beitrag leisten, dass in Zukunft noch mehr Bürgerinnen und Bürger das E-Bike dem Auto vorziehen.