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Seit dem 01.01.2020 gilt für Fahrzeughersteller eine verpflichtende Senkung der CO2 Flottenbilanz. Aus diesem Grund kommen seit diesem Stichtag immer mehr Modelle rein elektrisch betriebener Fahrzeuge auf den Markt. Das Manko hierbei ist bislang, dass die vorhandene öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur nicht in gleichem Maße ausgebaut wird. Wer also erwägt ein E-Fahrzeug zu erwerben oder dies schon besitzt, der ist gut beraten, sich um die Anschaffung einer eigenen Ladestation zu bemühen. Doch hier ist die Menge von Geräten am Markt sehr unübersichtlich. Da ist es schwer die geeignete auszuwählen. Besonders im Hinblick auf Sicherheitsstandards und künftige Rechtssicherheit im Betrieb. Wer einige essenzielle Aspekte beachtet, der ist gut aufgestellt bei der Wahl des Gerätes.

EXPERTENBEITRAG

Ein Wegweiser zur richtigen Auswahl

Auf technische und rechtliche Sicherheit kommt es an!

01.02.2022 | Autor: Dirk Schönenborn

Seit dem 01.01.2020 gilt für Fahrzeughersteller eine verpflichtende Senkung der CO2 Flottenbilanz. Aus diesem Grund kommen seit diesem Stichtag immer mehr Modelle rein elektrisch betriebener Fahrzeuge auf den Markt. Das Manko hierbei ist bislang, dass die vorhandene öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur nicht in gleichem Maße ausgebaut wird. Wer also erwägt ein E-Fahrzeug zu erwerben oder dies schon besitzt, der ist gut beraten, sich um die Anschaffung einer eigenen Ladestation zu bemühen. Doch hier ist die Menge von Geräten am Markt sehr unübersichtlich. Da ist es schwer die geeignete auszuwählen. Besonders im Hinblick auf Sicherheitsstandards und künftige Rechtssicherheit im Betrieb. Wer einige essenzielle Aspekte beachtet, der ist gut aufgestellt bei der Wahl des Gerätes.

Ladetechnik – Obacht bei der technischen und rechtlichen Sicherheit!
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Technische Vorbereitung des Installationsortes

Das E-Auto steht vor der Tür oder ist bestellt. Doch wo laden? Die Hersteller liefern zwar meist ein Notladekabel zum E-Auto, doch dessen Verwendung sollte nur, wie der Name es beschreibt, im Notfall erfolgen. Über die Steckdose mit dem Notladekabel zu laden, ist nicht ratsam, da die Dauerlast, die durch langes Laden des E-Autos entsteht, enorme und unzulässige Erwärmung und Widerstände auf die Leitungen einwirken lassen. Es besteht erhöhte Brandgefahr! Nach der VDE-Norm 0100-722 ist dies in jedem Fall zu vermeiden, da Steckdosen nur für den reinen Hausgebrauch ausgelegt sind.

Abhilfe schafft hier eine Ladestation. Jedoch muss die Infrastruktur des Installationsortes bestimmte Voraussetzungen aufweisen.
So muss der Zählerschrank die geltende VDE-AR-N 4100:2019-4 erfüllen.
Weiterhin muss nach VDE-Norm 0100-722 („Technische Anschlussregeln Niederspannung“) für jeden Ladeanschluss von E-Fahrzeugen ein separater Stromkreis vorhanden sein. Alle Anschlusspunkte müssen dabei über einen Überstrom- bzw. einen Überspannungsschutz verfügen. Weiter fordert die Norm eine Steuerungsschnittstelle und die verpflichtende Einhaltung der Symmetrieanforderungen zur Schieflastvermeidung.

Sind diese Anforderungen erfüllt, dann ist es zwingend erforderlich vor der Installation bei Anlagen bis 11 kW eine Anmeldung beim Netzbetreiber vorzunehmen und ab 11,01 kW eine entsprechende Installations- und Betriebsgenehmigung einzuholen. Nicht Beachten kann hier zu empfindlichen Geldbußen führen!

Anschlussfolge nach VDE-Norm
© CHARGUS GmbH 2022

Die Wahl des richtigen Gerätes – ein entscheidender Punkt

Wenn die Installationsvoraussetzungen erfüllt sind, kann man sich auf die Auswahl des richtigen Ladegerätes konzentrieren. Hier ist jedoch einiges zu beachten, wenn man auch in absehbarer Zukunft noch sicher und rechtskonform laden möchte.

Derzeit gibt es eine schier unüberschaubare Masse an neuen Herstellern und Geräten am Markt. Hier jedoch den Überblick zu behalten ist schwer, zumal es meist keinerlei Anhaltspunkt für technische und rechtliche Sicherheit gibt.

Diese 4 Faktoren sollten Sie beachten:

  • Installations-voraussetzungen nach VDE erfüllen
  • Eigenen Bedarf an Funktionen einer Ladestation definieren
  • Fachkundig beraten lassen
  • Das richtige Gerät auswählen – Lieber etwas mehr in Qualität investieren.

Beginnen sollte man seine Auswahl mit der Fragestellung: Was muss die Ladestation können? Es gibt eine Vielzahl von Funktionen wie zum Beispiel die Fähigkeit, selbst erzeugten Solarstrom zu nutzen, Ladeberichte erstellen zu können, den Verbrauch kontrollieren zu können oder Nutzer zu verwalten.
In jedem Fall empfiehlt sich ein wenig mehr Geld auszugeben, um eine Ladestation mit MID-Zähler zu erwerben. Derzeit spielt ein solcher Zähler zwar noch keine tragende Rolle bei der Abrechnung z.B. mit dem Arbeitgeber, doch mit Wegfall der EEG-Umlage und Verlusten aus Wegfall der Mineralölsteuer von jenen, die auf Elektrofahrzeuge umsteigen, ist zu erwarten, dass in Zukunft solche Zähler die Voraussetzung zum Abrechnen sind. Denn auch wenn es derzeit noch negiert wird – die Kompensation der fehlenden Steuereinnahmen wird früher oder später mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mittels Besteuerung von Ladeströmen aufgefangen werden müssen. Wer dann normwidrig eine Ladestation ohne eben jenen Zähler nutzt, läuft Gefahr die Tatbestandsmerkmale des §370 AO zu erfüllen. Besser also zu Beginn ein wenig mehr investieren, um später nicht Neuanschaffungs- und erneute Installationskosten aufbringen zu müssen!
In jedem Fall aber empfiehlt es sich, den Rat eines Fachkundigen einzuholen. Bei der Vielzahl an Geräten und möglichen Optionen ist ein solcher Rat hilfreich, um das richtige Gerät auszuwählen!

Welcher Hersteller?

Viele Hersteller – noch mehr Geräte! Man sollte jedoch immer im Hinterkopf behalten: Die Technik ist immer identisch.
So ist es zwar verlockend ein kleines, günstiges und schön designtes Gerät zu erwerben, doch klein, günstig hat auch Nachteile. So wird in der Praxis an der Qualität der verbauten Komponenten gespart, was sich erheblich auf Lebensdauer und Sicherheit eines Gerätes auswirken kann. Bei günstigen Geräten, die einen Defekt haben, muss man in Kauf nehmen das Gerät neu kaufen zu müssen und erneute Installationskosten zu tragen. Wählt man jedoch einen Qualitätshersteller, ist hier das Risiko minimiert!
Fazit: Wer etwas mehr in ein Gerät eines Qualitätsherstellers investiert, der spart am Ende enorm – denn Sicherheit und Lebensdauer sind signifikant höher als beim günstigen Designgerät.
Und bitte bedenken Sie: Nur ausgebildete Fachkräfte dürfen Ladestation installieren und in Betrieb nehmen!